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Glas


Fenstergläser haben in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung durchlaufen.

Egal in welchem Bereich, die bauphysikalischen Eigenschaften moderner Fensterverglasungen sind bewundernswert. Diese Eigenschaften lassen sich - in manchen Fällen sogar mehrfach - kombinieren:

>> Wärmeschutzglas
>> Schallschutzglas
>> Sonnenschutzglas
>> Sicherheitsglas
>> Ornamentglas
>> Brandschutzglas
>> Selbst reinigendes Glas
>> Die warme Kante

>> Wärmeschutzglas ist heute als Standardglas in jeder Fenstereinheit eingebaut. Der Wärmedurchgangswert Uw der gesamten Fenstereinheit darf dabei nach der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) 1,3 W/m²xK nicht überschreiten. Der Aufbau des Glases besteht aus zwei oder drei Scheiben, die im Innenraum eine Metalllegierung aufweisen. Diese Metallschicht sorgt in einem komplexen Vorgang dafür, dass Wärmestrahlen aus dem Innenraum zurück in den Wohnbereich gespiegelt werden und gleichzeitig die warme Sonnenstrahlung in das Haus gelangt. Zwischen den einzelnen Scheiben befindet sich ein Edelgas, in der Regel Argon, das als Dämmschicht fungiert.
>> Schallschutzglas empfiehlt sich vor allem in Wohnlagen mit starkem Verkehrsaufkommen in unmittelbarer Nähe, verursacht durch Autos, LKW, Züge oder Flugzeuge. Hier wird zunächst ein schwereres Edelgas im Scheibenzwischenraum verwendet, denn Schall wird durch Masse gebremst. Aus diesem Grund wird auch die äußerste Scheibe der Verglasung durch ein Verbundsicherheitsglas - bestehend aus zwei einzelnen Scheiben, die mit einer Kunststofffolie miteinander verklebt sind - ersetzt. Die innere Scheibe der Verglasung bleibt unverändert. Dies sorgt für einen positiven Effekt: Schall breitet sich bekanntlich in Wellenform aus. Trifft er zunächst auf die äußere VSG-Scheibe und dann auf die innere, dünne Scheibe, werden seine Wellen gebrochen und es gelangt nur ein Bruchteil des Lärms in den Wohnraum. Für Schallschutzfenster sind auf Grund ihrer Rohdichte nicht alle Holzarten geeignet. Wir beraten Sie gerne zur Werkstoffauswahl.
>> Sonnenschutzglas ist vom Prinzip her gleich aufgebaut wie Wärmeschutzglas. Allerdings besitzt es eine zusätzliche Beschichtung im Scheibenzwischenraum, die einen Teil der Sonnenstrahlung ablenkt, damit diese nicht in den Wohnbereich gelangt und eine Überhitzung im Inneren verhindert wird. Der erwähnte positive Wärmeertrag wird hierdurch nur leicht verringert, da die Beschichtung nur auf die im Sommer steiler einfallenden Sonnenstrahlen reagiert. Diese Beschichtung wirkt von außen leicht spiegelnd, was auch einen leichten Sichtschutz mit sich bringt.
>> Sicherheitsglas wird unterschieden in Einscheibensicherheitsglas und Verbundsicherheitsglas.

Einscheibensicherheitsglas zerfällt im Bruchfall zu kleinen stumpfkantigen Teilchen. Dies verringert die Verletzungsgefahr um ein Vielfaches im Gegensatz zu normalen Glasscherben. Durch thermische Bearbeitung wird das Glas gehärtet und somit robuster. Allerdings wird es dadurch auch empfindlicher gegenüber spitzen Gegenständen. Dieses Glas ist vorgeschrieben für die Anfertigung von Ganzglastüren, Balkon- oder Galeriebrüstungen.

Verbundsicherheitsglas besteht aus zwei oder mehreren Glasscheiben, die durch eine durchsichtige Polyvinylfolie oder Kunstharz verklebt sind. Im Bruchfall bleiben die Glasscherben an der Folie kleben. Die Anzahl der Scheiben ist abhängig vom gewünschten Verwendungszweck. Sicherheitsgläser sind genormt und eingeteilt in der DIN 52290. Die Gruppen reichen von "durchwurfhemmend" bis "sprengwirkungshemmend".
>> Ornamentglas ist ein- oder beidseitig gemustert. Es hat dekorative Eigenschaften und ist zum Beispiel für Zimmertüren mit Lichtausschnitt geeignet. Oft wird es auch für die Verglasung von Badezimmerfenstern verwendet, um einen Sichtschutz zu gewähren.
>> Brandschutzglas wird meist zur Sicherung von Fluchtwegen in öffentlichen Gebäuden eingesetzt, stößt aber auch bei privaten Bauherren zunehmend auf Interesse. Brandschutzfenster werden in diverse Feuer- und Rauchschutzklassen unterteilt. Maßgebend sind hier der Wärmedurchgangsgrad und die Widerstandsdauer der Fenstereinheit gegen das Feuer und den Rauch. Die Verglasung ist zum Brandraum hin mit mehreren hintereinander liegenden Scheiben versehen. Zwischen den Scheiben ist ein spezielles Gel, das im Normalzustand durchsichtig ist. Im Brandfall reagiert es ähnlich wie ein Bauschaum und schäumt sich auf. Das Gel verklebt mit den Scheiben und bildet eine hochfeuerfeste Masse, die die Brandwärme absorbiert. Bei Brandschutzfenstern oder Türen dürfen nur solche Komponenten verwendet werden, die vom Deutschen Institut für Bautechnik in Berlin zertifiziert wurden und sehr widerstandsfähig gegen Hitze sind.
>> Selbst reinigendes Glas wird fast ausschließlich für schwer oder gar nicht erreichbare Flächen verwendet, zum Beispiel bei Dachverglasungen von Wintergärten oder großen Fassaden. Dazu erfolgt eine Beschichtung der Außenseite, die eine Perlung des Regenwassers anregt, so dass Wasser und Schmutz gleichmäßig und ständig abfließen können. Diesen Effekt nennt man Lotuseffekt, da er an der Blattfläche der Lotusblume entdeckt wurde.
>> Die warme Kante Herkömmliche Gläser sind durch Aluminiumrahmen am Rand verbunden (Randverbund). Durch die Kontaktflächen zwischen den Scheiben und dem Rahmen wird Wärme von drinnen nach draußen geleitet - ein unerwünschter Effekt. Aus diesem Grund wird das Aluminium durch Kunststoff ersetzt. Hierdurch ergeben sich bessere Wärmedämmwerte. Ein positiver Nebeneffekt des Kunststoffes: Man kann den Randverbund in verschiedenen Farben wählen.
 
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